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28 Jan 2013

Pressemitteilung: Auswirkungen des Hessischen Kinderförderungsgesetzes

18:48 Uhr

Der Entwurf der Hessischen Landesregierung zur Änderung der Förderung der Kinderbe-treuung, das zum 01.01.2014 in Kraft treten soll, wird sich voraussichtlich in erheblichem Maß auf die Qualität und Quantität bezahlbarer Betreuungsmöglichkeiten auswirken. Bereits in einer Veranstaltung der evangelischen Kirche wurde darauf hingewiesen.

Die Kommunen und freien Träger der Betreuungseinrichtungen müssen sich schon jetzt mit den voraussichtlichen Auswirkungen des Gesetzes auseinandersetzen und ggf. Vorkehrun-gen treffen, um sich auf gravierende Einschnitte in der Bezuschussung des Landes einzu-stellen. Die Grünen in der Gemeindevertretung Groß-Zimmern haben deshalb eine Reihe von Fragen an den Gemeindevorstand gestellt, die sich zum einen mit der Betreuung und Förderung in den gemeindlichen Kindertagesstätten beschäftigen, zum anderen aber auch die Entwicklung der Finanzierungsmodalitäten mit den übrigen Trägern der Kinderbetreuung in der Gemeinde zum Ziel haben.

Insbesondere wollen sie wissen, welche Veränderungen des Personalschlüssels durch die neue Gesetzeslage möglich werden und ob solche Veränderungen beabsichtigt sind. Ebenso interessieren sie sich für einen möglichweise beabsichtigten Einsatz fachfremden Personals entsprechend der vorgesehen gesetzlichen Regelungen und für Veränderungen von Gruppengrößen und –zusammensetzungen. Die Grünen befürchten, dass beide Maßnahmen genauso wie eine mögliche Reduzierung der Öffnungszeiten, die Qualität der Kinderta-gesstätten in erheblichem Maß beeinträchtigen könnten und die Vereinbarung von Familie und Beruf für viele Eltern erschweren würden.

In Kenntnis der finanziellen Situation der Gemeinde wollen die Grünen auch wissen, in wel-chem Umfang sich der Zuschussbedarf erhöht bzw. ob Gebührenerhöhungen notwendig werden, um den derzeitigen personellen und zeitlichen Rahmen der Betreuung beizubehalten.

Für den Betrieb der neu zu errichtenden Kindertagesstätte an der Angelgartenstraße hat die Gemeinde einen Vertrag mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) abgeschlossen. Tagestätten kirch-licher und freier Träger sind fester Bestandteil der Versorgung. Auch mögliche Auswirkungen auf die Verträge mit diesen Partnern sind nach Ansicht der Grünen für die politischen Frakti-onen von Interesse. Deshalb wurde auch nach ihnen gefragt.

(Marianne Streicher-Eickhoff, Fraktionsvorsitzende)

Die Pressemitteilung als PDF: PM_13-01-28_KiFöG.pdf

 

Verfasst am 28.01.2013 um 18:48 Uhr von mit den Schlagwörtern , , , .
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Kommentare

  1. Christine Wengert11. Februar 2013

    Der von der hessischen Landesregierung vorgelegte Gesetzentwurf für ein neues Hessisches Kinderförderungsgesetz läuft entgegengesetzt den Zielen, die Sicherung und Verbesserung der Qualität in der frühkindlichen Bildung in Hessen zu gewährleisten. Was als Erhöhung der Flexibilität und Bedarfsgerechtigkeit angekündigt wird und der Erhaltung des Qualitätsniveaus dienen soll, wird in der Praxis zu erheblichen Verschlechterungen für Kinder und ihre Familien, vor allem aber auch für die Erzieherinnen und Erzieher führen.

    Neben
    *Vergrößerung der Gruppengrößen durch eine Pro-Kind-Pauschale (nur bei Vollauslastung von 25 Kindern pro Gruppe gibt es die volle finanzielle Förderung; Was ist mit Reduzierung der Gruppenstärke bei Integration? Was ist mit unterjährigen Nachrückern?) und Platz-Sharing (2 Kinder teilen sich einen Platz, eins kommt von Mo-Mi, eins Do&Fr = doppelte Führung von Bildungsdokumentation, Elterngesprächen etc. für die Fachkräfte),
    * finanzierter Betreuungszeit von 42,5 Stunden (Was ist mit Einrichtungen, die z.Zt. 50 und mehr Std./Wo. geöffnet haben?) sowie
    * Wegfall von Zeiten für mittelbare päd. Arbeit (Vor- und Nachbereitung der Arbeit „am Kind“, Dienstbesprechung, Supervision, Elterngespräche, Führen von Bildungsdokumentationen, Leitungsaufgaben usw.) ist mir vor allem die Öffnung des Fachkräftekatalogs ein Dorn im Auge.

    Der geplante Gesetzentwurf sieht vor, 20% FACHFREMDE LAIEN einzurechnen. Das bedeutet für die pädagogischen Fachkräfte eine skandalöse Entprofessionalisierung des Berufsstandes. Der aktuell vorhandene Fachkräftemangel wird durch so eine Maßnahme nicht aufgehoben, sondern verschlimmert sich sogar nach, denn wozu soll man eine fünfjährige Ausbildung machen, wenn man auch ohne Ausbildung in einer Kita arbeiten kann?? Diese Maßnahme läuft völlig kontraproduktiv zu allen Aufwertungsversuchen der letzten Jahre. Bereits das von der schwarz-gelben Bundesregierung verabschiedete Betreuungsgeld war ein Schlag in die Magengrube aller frühpädagogischen Fachkräfte. Deren wertvolle Bildungsarbeit durch 150€/Monat als ersetzbar einzustufen, entbehrt jeglicher Vernunft. Frühpädagogische Bildungsarbeit ist mehr als ein bißchen Heididei, wie erst kürzlich in der „Zeit“ zu lesen war (http://www.zeit.de/2013/06/Erzieher-Kitas-Akademischer-Abschluss-Kommentar).
    Seit einigen Jahren gibt es bereits akkreditierte Bachelor-Studiengänge für Frühpädagogik. Deutschland, Schlusslicht in Europa in punkto Erzieherausbildung, hat begonnen, seinen Rückstand aufzuholen. Dass die akademischen Fachkräfte in der Kita nach Abschluss ihres Studiums dann allerdings nach Tarif genauso wie ihre Fachschul-Kollegen eingestuft werden, erstickt jedoch alle Bemühungen im Keim und schafft keinerlei Anreize, ein solches Studium aufzunehmen oder überhaupt als AkademikerIn in einer Kita zu arbeiten. Außerdem fehlen nach wie vor die Aufstiegsmöglichkeiten, bei der Kita-Leitung ist Ende. Dieses deutschlandweite Problem ist nicht neu. Hier wird erneut die Geringschätzung des Elementar- gegenüber anderen Bildungsbereichen deutlich. Allein, dass Krippen und Kitas nicht zum Bildungskanon zählen, sondern den Sozial- und Familienministerien unterstehen, ist schon lange nicht mehr nachvollziehbar.
    Der Früh- und Elementarbereich ist der Bildungsbereich, in dem einerseits die größte Heterogenität auf Seiten der Kinder besteht, in dem aber andererseits auch die größten Entwicklungschancen für jedes einzelne Kind bestehen. In diesem Alter existieren enorme Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten, welche viele Entwicklungsrisiken und Auffälligkeiten bei rechtzeitiger Diagnose mindern oder kompensieren helfen. Diese diagnostischen sowie Bildungs- und Frühförderaufgaben erfordern hervorragend ausgebildete, reflexive ProblemlöserInnen, denn für diese Aufgaben müssen situations-, institutions- und kindbezogene Lösungen gefunden werden. Mit der Akademisierung ist eine Statusanhebung verbunden, die es erleichtert, mit Berufsgruppen aus z.B. Medizin, Psychologie und Lehramt auf Augenhöhe zu kommunizieren, damit die eigene Fachlichkeit auf Gehör finden kann.
    Dieser Schritt ist notwendig und längt überfällig. Mit der Zulassung von fachfremdem Personal, welches den pädagogischen Fachkräften in den Kitas gleichgestellt wird, erreicht man genau das Gegenteil. Wir fallen in der Entwicklung der Kindertageseinrichtungen um Jahrzehnte zurück und das muss ganz dringend verhindert werden. Ich und viele weitere Fachkräfte werden unter diesen Bedingungen, sollten sie denn eintreffen, definitiv NICHT weiter im Elementarbereich arbeiten.

    Christine Wengert, Dipl.-Päd.
    (Quellen u.a. verdi, Felbi HD, GEW Hessen, Lebenshilfe Gießen, eigene DA)

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  2. Jörg Lüdemann6. März 2013

    Auf der GV-Sitzung gestern (05.03.) hat der Bürgermeister keine Antworten gegeben. Wohl aus Rücksichtnahme auf seine Partei. Eine grobe Missachtung der Geschäftsordnung des Hauses!

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